Die Linke gegen die Parteiherrschaft (1970)

Dokumente der Weltrevolution Bd. 3
15,00 EUR
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  • Verlag: Walter-Verlag
  • 01.01.1970
  • Buch
  • 640 Seiten
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • ISBN: RA00384
In diesem Band wird ein Thema aufgegriffen, das von der Geschichtsschreibung bislang ungewöhnlich vernachlässigt worden ist: das Entstehen und die Entwicklung einer Richtung im Marxismus, die sich sowohl gegen die Sozialdemokratie wie gegen den "Parteikommunismus" absetzt. Sie geht aus von der radikalen Linken, die sich in der deutschen Sozialdemokratie um 1910 als eine Strömung durchaus eigener Signatur abzuzeichnen beginnt, und gewinnt Gestalt in den politisch bewegten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.
Der Rätekommunismus, wie diese Richtung seit den frühen zwanziger Jahren genannt wird, ist somit das Produkt einerseits einer rigoros verstandenen marxistischen Tradition, andererseits der theoretischen Erfassung der deutschen Revolution, die - marxistisch gesprochen - keine war, und der russischen Revolution, deren Charakter vielmehr als "bürgerlich" denn als "proletarisch" erkannt wurde.
Mit vierzehn zum Teil erstmals in deutscher Sprache veröffentlichten Dokumenten aus der Zeit von 1912 bis 1946 wird eine unerbittliche marxistische Kritik an der Sozialdemokratie wie an den kommunistischen Parteien und an der "staatskapitalistischen" Sowjetunion aufgezeigt. Sie beleuchten ein Nebeneinander von glänzenden Einsichten, utopischen Hoffnungen und sterilen Haarspaltereien.
Wenn heute die ihrem Selbstverständnis nach "neue" Linke das Vokabular der Vergangenheit übernimmt und Worte wie Rätemacht, direkte Demokratie, direkte Aktion, revolutionäre Betriebsorganisation zu Zauberformeln einer grundlegenden Umwälzung erhebt, so hat sie diese Begriffe doch nie mit ähnlicher Folgerichtigkeit in eine Gesamtkonzeption der gesellschaftlichen Entwicklung einzubauen vermocht wie schon die frühen Rätekommunisten. Diese haben sich als legitime Erben der Marxschen revolutionären Doktrin gegen alle opportunistischen Verwässerungen und Verdrehungen ausgewiesen. Dabei haben sie mit unübertroffener Deutlichkeit, wenn auch unbeabsichtigt, nachgewiesen, wie wesentlich das utopische Moment für den sogenannten wissenschaftlichen Sozialismus ist.
Ihr Kommunismus ist ein ins Extreme gesteigertes Antimodell gegen eine Partei- oder Führerdiktatur. Die Rätekommunisten erstreben eine reine Klassenmacht des Industrieproletariats. Sie definieren, in Übereinstimmung mit Marx, die Arbeiterklasse eindeutig: Nur sie erscheint bei ihnen - wohl zum letztenmal - als der allein berufene Erlöser der Menschheit.

Leinengebunden mit Schutzumschlag, 640 Seiten
Walter-Verlag, Olten 1970

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