Der menschliche Mensch (1968)

Karl Marx' jüdischer Humanismus
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  • Verlag: Europa Verlag, Wien
  • 01.01.1968
  • Buch
  • 654 Seiten
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • ISBN: RA00195
Schutzumschlag eingerissen, Papier gebräunt

Die bisherige Forschung hat die Marxsche Sicht des Menschen auf Rousseau, Hegel, Feuerbach und den frühen französischen Kommunismus zurückgeführt und Marx damit in die abendländische Denktradition einbezogen. Zwar wurde auch mehrmals der Zusammenhang mit der alttestamentlichen Prophetie behauptet - unter anderem von Berdiajew, Gustav Mayer, Lesser, Jochanan Bloch, Helmut Gollwitzer, Blumenberg, Löwith und Künzli -, aber nirgends nachgewiesen oder richtig gedeutet.

Diese Untersuchung erbringt an Hand von Textvergleichen und soziologischen, theologischen, psychologischen und philosophischen Argumenten den Nachweis, dass die Marxsche Anthropologie auf die westliche Industriegesellschaft angewandte jüdische Prophetie ist. Deren Klarheit und Radikalität resultiert daraus, dass Marx, infolge des schon in der väterlichen Familie herrschenden Strebens nach Assimilierung, die Ursprünge seines Denkens nicht bewusst waren und darum in ungebrochener Befangenheit wirksam werden konnten. Das Anhalten der jüdischen Denktradition bei Marx wird unter anderem durch Anwendung der Ergebnisse der cultural anthropology von Kardiner und Linton erhärtet.

Es zeigt sich, dass die Marxsche Kritik das Ergebnis der unbewussten Übertragung der Wertmaßstäbe Abrahams, des Sinai-Bundes, der Propheten und des Talmud auf die politische Tierwelt des christlichen Abendlandes ist.  Die christliche und marxistische These vom Marxschen Atheismus erscheint in der Konfrontation mit dem biblischen Denken als Produkt ungebrochenen Heidentums. "Gott", Geld, Ware und persönliche Unsterblichkeit stellen sich in der Marxschen Sicht als einander bedingende und aufeinander angewiesene Fetische dar. Der jüdisch-prophetische Charakter seines Denkens konnte von Marx nicht wahrgenommen werden, weil er infolge persönlich unbewusster Akkommodation an den Druck der christlichen Umgebung, deren Judenbild - einem zentralen Fetisch des christlichen Abendlandes - selbst erlegen war.

Diese Lücke des Marxschen Denkens wird durch Massiczeks Arbeit geschlossen. Seine Untersuchung wurde in Kurzform zweimal der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin auf Wunsch zugeleitet. Sie hätte in der Festschrift zu Eduard Winters 70. Geburtstag erscheinen sollen, ist jedoch beide Male unter ungeklärten Umständen verschwunden.
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