Der Tote ist auch selber schuld

Zum 50. Jahrestag der Ermordung von Ernst Kirchweger
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  • Verlag: Globus
  • 02.03.2015
  • Buch
  • 64 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-9503485-3-8
Vor 50 Jahren starb der Favoritner Kommunist und Widerstandskämpfer Ernst Kirchweger, nachdem er bei einer antifaschistischen Demonstration von einem der FPÖ angehörigen Neonazi niedergeschlagen wurde. Ernst Kirchweger war das erste Todesopfer rechtsradikaler Umtriebe in Österreich nach 1945. In dieser Publikation werden Dokumente und Daten zu Kirchwegers Biografie, zum "Fall Borodajkewycz" und zum Prozess gegen Gunther Kümel in mehreren Beiträgen aufgearbeitet. Eine Analyse zu "Rechtsextremismus und Populismus heute" zeigt die Kontinuitäten zur Gegenwart auf.

In diesem Jahr jährt sich die Befreiung Österreichs von der faschistischen Fremdherrschaft zum siebzigsten Mal. Vor 60 Jahren erhielt Österreich den Staatsvertrag, der die volle Souveränität des Landes wieder herstellte, aber neben anderen Verpflichtungen auch die Verpflichtung des Staates festschrieb, gegen alle faschistischen und neofaschistischen Tendenzen vorzugehen. Der Monat März wiederum spielt in der jüngeren Geschichte Österreichs eine besondere Rolle: Im März 1938 marschierten die Hitler-Truppen in Österreich ein, beseitigten die Selbstständigkeit des Landes und verwandelten es in eine faschistische "Ostmark". Ende März 1945 überschritt die Rote Armee in ihrem Siegeszug gegen die faschistischen Armeen die österreichische Grenze. Wenige Tage später folgte die Befreiung Wiens und schließlich des ganzen Landes. Diese Ereignisse sind im öffentlichen Bewusstsein festgeschrieben. Weniger bekannt ist der März 1965. Am 31. März 1965 demonstrierten in Wien Tausende gegen die antisemitischen Ausfälle eines ehemaligen Naziprofessors, der seit 1955 wieder an der damaligen Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität, lehrte. Die Demonstration stieß hinter der Oper auf einen Trupp deutschnationaler und neofaschistischer Studenten, die diesen Professor namens Taras Borodajkewycz mit Rufen wie "Hoch Boro" und "Hoch Auschwitz!" lautstark und zum Teil gewalttätig unterstützten. Nach wenigen Minuten lag ein älterer Mann auf der Straße, von einem Schläger des Rings Freiheitlicher Studenten niedergeschlagen: der Kommunist Ernst Kirchweger. Kirchweger starb zwei Tage später ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Der Täter – Gunther Kümel – wurde wegen "Notwehrüberschreitung" zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt, die durch die Untersuchungshaft abgebüßt waren. Die Trauerkundgebung für Ernst Kirchweger am 8. April 1965 gestaltete sich zur größten antifaschistischen Manifestation nach 1945, an der etwa 20.000 Menschen teilnahmen. Kirchweger war das erste Opfer des Neofaschismus in Österreich in der Zweiten Republik. 50 Jahre danach erinnert die KPÖ mit der vorliegenden Broschüre an die damaligen Ereignisse, nicht nur weil Ernst Kirchweger einer der ihren war, sondern auch als Mahnung gegen heutige gefährliche Entwicklungen an rechtsextremer und rassistischer Politik und Gewalt nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa, wo die neue Rechte teilweise im scheinbar "gutbürgerlichen" oder populistischem Gewand daherkommt.
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