Die Wiener Kleingärten

Von den Anfängen bis zur Gegenwart
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  • Verlag: Promedia
  • 15.02.2018
  • Buch
  • 240 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-85371-438-6

Kleingärten sind besondere Grünflächen, die es ihren BenutzerInnen ermöglichen, selbst zu gestalten, kreativ zu werden, sich mit der Natur zu beschäftigen. In Wien gibt es über 26.800 KleingärtnerInnen, die in 247 Vereinen organisiert sind. Der Historiker Peter Autengruber zeichnet die Geschichte des Kleingartenwesens von seinen Anfängen vor dem Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart nach.

In der Ersten Republik gehörten Kleingärten bereits zum fixen Bestandteil der Großstadt, als Bewegung erlebten die KleingärtnerInnen damals ihre erste Blütezeit. Es bildeten sich Strukturen heraus, Spielregeln wurden festgelegt und die Gemeinde richtete eine eigene Kleingartenstelle ein. Unter den Austrofaschisten wurden die Kleingartenvereine und ihr Zentralverband im Jahr 1934 politisch gesäubert und die mehrheitlich sozialdemokratisch ausgerichteten Funktionäre ihrer Ämter enthoben. Nach dem „Anschluss“ 1938 gliederten die Nazis die Wiener Kleingartenvereine in den „Reichsbund Deutscher Kleingärtner“ ein. Die Nürnberger Rassengesetze machten auch im Kleingartenwesen vor jüdischen Mitgliedern nicht halt. Galten in der Nachkriegszeit die Kleingärten noch als Pensionistenhorte, so fanden mit der Grünbewegung in den 1980er-Jahren ein Generationenwechsel und ein Umdenken in der Bewirtschaftung der Gärten statt. Der biologische Gartenbau hielt frühzeitig Einzug in das Kleingartenwesen.

Durch die Möglichkeit des ganzjährigen Wohnens in den Kleingärten seit den 1990er-Jahren und die Ausnützung der Bauvorschriften wurden die Grünflächen kleiner und die Häuser größer. Aus den Nutzgärten der Anfangsjahre, die in beiden Weltkriegen und in der Not nach dem Krieg für viele einen Beitrag zum Überleben leisteten, sind Hobbygärten geworden. Ganzjähriges Wohnen in Verbindung mit Eigentumserwerb veränderte vielerorts die soziale Struktur.

Einzelne Kapitel des Buches sind der Funktion von Schutzhäusern und der Bedeutung des Kleingartenwesens für die Allgemeinheit gewidmet sowie dem Thema der verschwundenen Kleingärten. Wohnbau, Straßen- und U-Bahn-Bau haben die Kleingartenflächen über die Jahrzehnte dramatisch verringert. Im Anhang finden sich eine Übersicht aller im Zentralverband der Kleingärtner und Siedler gelisteten Wiener Vereine (Stand Jänner 2018) und bislang unveröffentlichte Bilder. Schwer zugängliches Quellenmaterial konnte in dieses Buch einfließen.

Peter Autengruber, geboren 1958 in Innsbruck, ist Historiker und Lehrbeauftragter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Mit dem in 9. Auflage erschienenen Buch „Lexikon der Wiener Straßennamen“ hat er regionalhistorische Pionierarbeit geleistet. Zahlreiche Beiträge im Jahrbuch des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands. Im Promedia Verlag ist von ihm zuletzt das Buch „Parks und Gärten in Wien“ (2008) erschienen.
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