Macht über Mägen

Essen machen statt Knappheit verwalten. Haushalten in einem südmexikanischen Dorf
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  • Verlag: Promedia
  • 01.01.2002
  • Buch
  • 264 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-85371-190-3
  • AutorInnen: Martina Kaller-Dietrich
  • Buchtitel: Macht über Mägen
  • Untertitel: Essen machen statt Knappheit verwalten. Haushalten in einem südmexikanischen Dorf
  • ISBN: 978-3-85371-190-3
  • Verlag: Promedia
  • Produktart: Buch
  • Seiten: 264
  • Erscheinung: 01.01.2002
  • Einband: Paperback
  • Reihe (Titel): Edition Forschung
  • Format: 150 x 210 mm

Die Macht über Mägen liegt in den Haushalten von San Pablo Etla, Oaxaca, in den Händen der Frauen. Kaller-Dietrich hat in jenem Dorf im Süden von Mexiko über einen Zeitraum von fünf Jahren gelebt und mit den Frauen über das Essenmachen gesprochen. Die Frauen bestimmen hierbei nicht individuell, sondern in Bezug auf die konkrete Gemeinschaft. Ihre stoffliche, emotionale und spirituelle Perspektive auf das Essen begründet die These vom eigenmächtigen Tätigsein. Parallel dazu existiert verwertungsorientierte Ernährung. Die setzt voraus, dass Menschen in das Abhängigkeitsverhältnis von Produktion und Konsum geraten.

Aus dem Phänomen Essen wird ein globales Bedürfnis nach Ernährt-Werden, das es über Produktion zu befriedigen gilt. Das Prinzip dieses Systems besteht darin, Knappheit - und gleichzeitig vielfältige Erscheinungsformen von Elend - zu erzeugen. Denn die Fähigkeit der Menschen, sich als Gemeinschaften selbst zu versorgen, wird durch nationalökonomische "Entwicklung" systematisch erstickt.

Eine grundsätzliche Kritik an der Macht der Ernährung muss Entwicklung selbst in Frage stellen. Denn Entwicklung meint, dass sowohl das Ziel als auch der Weg dahin von sogenannten Experten standardisiert wird, welche die Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach Nahrung garantieren sollen. Eine Unterwerfung unter deren Kalkül beraubt freilich die Frauen ihrer Macht über die Mägen. Im Süden Mexikos hat diesbezüglich bis heute keine Transformation vom Machen des Essens zur Verwaltung der Knappheit stattgefunden.

Martina Kaller-Dietrich, Jahrgang 1963, studierte Geschichte in Wien, Berlin und Mexiko-Stadt. Sie forscht seit Jahren zur historischen Ernährungsanthropologie und zu indigenen Gemeinschaften in Lateinamerika, Afrika und Asien. Sie lehrt an der Universität Wien. Zuletzt ist von ihr erschienen: "Frauen kochen. Geschichte zu Köchinnen, Küchen und Essen".
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