Religion, Volk, Identität?

Das Judentum in der Sackgasse des modernen Nationalismus
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  • Verlag: Alibri
  • 27.10.2014
  • Buch
  • 133 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-86569-178-1
Ausgehend vom Nahost-Konflikt untersucht Rainer Schreiber die Sackgasse religiöser und nationaler Identitäten. Den Zionismus und die Idee eines "jüdischen Volkes" nimmt er als Beispiel heran, um das Problem zu verdeutlichen. Denn so nachvollziehbar die Überlegungen waren, einen Staat der Juden zu gründen und mit einer kollektiven Identität auszustatten, so verständlich die Entstehung des Zionismus in der historischen Perspektive ist - heute steht er einer Lösung des Nahost-Konfliktes eher im Weg. Und auch auf palästinensischer Seite sind es nicht zuletzt religiöse Identitätsmuster, die Fortschritte verhindern. Schreiber wirft dann einen Blick auf die deutschen Debatten (Stichwort: "Das Grass-Gedicht - Parteilichkeit als Elementarform der Dummheit"). Diese spiegeln weitgehend die Frontstellung der Konfliktparteien, sind weniger von Analyse denn von Bekenntnisse für die eine oder andere Seite geprägt. Schreiber hingegen plädiert - und nicht nur in Hinblick auf die Situation in Israel und Palästina - für die Überwindung des Denkens in nationalen und religiösen Rastern. Die Möglichkeit sieht er als real an: "Gerade die jüdische Denktradition mit ihrem staatskritischen Internationalismus und Humanismus wäre dazu allemal in der Lage, wovon zahlreiche Intellektuelle jüdischer Herkunft auch heute beredt Zeugnis ablegen."
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