Maoismus

China und die Linke - Bilanz und Perspektive
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  • Verlag: Schmetterling
  • 22.05.2007
  • Buch
  • 214 Seiten
  • kartoniert
  • ISBN: 978-3-89657-596-8
Mit seinem eigenständigen Sozialismus, der sich von der Sowjetunion scharf abgrenzte, bildete das China Mao Zedongs um 1970 einen bedeutenden Bezugspunkt für Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt wie für die progressive Intelligenz im Westen: Der Maoismus war damals eine maßgebliche linke Strömung, mit der große Hoffnungen auf ein alternatives Gesellschaftsmodell jenseits von Kapitalismus und bürokratischem Staatssozialismus verbunden waren. Mao selbst erreichte zeitweise ähnlich wie Che Guevara den Status einer Pop-Ikone.
Nur dreißig Jahre nach dem Tod Maos Zedongs hingegen berufen sich nur noch wenige Guerillaorganisationen in Lateinamerika und Asien auf die «Zedong sixiang», die Ideen Maos. Auch unter westlichen Linken gilt Mao mehr oder weniger als chinesischer Stalin und sein Weg zum Sozialismus als gescheitert.
In China selbst hält die Führung zwar gewisse Grundspositionen Maos aus den Zeiten des Bürgerkrieges und den ersten Jahren der Republik aufrecht, hat jedoch die eigentlichen charakteristischen Grundpositionen des Maoismus als «linke Fehler» verworfen. Heute mischt die Volksrepublik China mit wachsendem Gewicht in der kapitalistischen Globalisierung mit, während Maos von den Ausbeutungsverhältnissen des Weltmarkts unabhängiger Entwicklungsweg als Sackgasse gilt.
Aus all dem ergeben sich für Autor Henning Böke etliche Fragen, denen er in dem neuen Band der Reihe «theorie.org» nachgeht:
Ist Maos Idee einer Gesellschaftsalternative in einem Entwicklungsland als unrealisierbarer utopischer Traum diskreditiert oder enthält sein politisches Denken Konzepte, die aktuell bleiben? Welche Rolle spielte der Maoismus für die westliche Linke? Gibt es in China heute eine Linke, und wie steht sie zu Mao? Hat Chinas Übergang von Autarkie und «Vorrang der Politik» zu Marktwirtschaft und Weltmarkt Ende der 1970er für den Siegeszug der Globalisierung nicht eine weit größere Rolle gespielt als etwa der Zusammenbruch der Sowjetunion und der Fall der Mauer?
Zu diesen und anderen Fragen zur Rolle der chinesischen Revolution in Geschichte und Gegenwart und ihre Bedeutung für eine antikapitalistische Perspektive möchte diese Einführung Hintergrundwissen vermitteln.
Henning Böke, geb. 1966, Studium der Philosophie und Politologie, Publikationen in diversen linken Zeitungen und Zeitschriften (v.a. ak – analyse + kritik, SoZ, junge Welt)
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