Maoismus

Ideengeschichte und revolutionärer Geist
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  • Verlag: Promedia
  • 10.10.2008
  • Buch
  • 176 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-85371-288-7

"Zweitens ist eine Revolution kein Gastmahl, kein Aufsatzschreiben, kein Bildermalen oder Deckchensticken; sie kann nicht so fein, so gemächlich und zartfühlend, so maßvoll, gesittet, höflich, zurückhaltend und großherzig durchgeführt werden. Die Revolution ist ein Aufstand, ein Gewaltakt, durch den eine Klasse eine andere Klasse stürzt." Mao Zedong

Mit Texten von Mao Zedong, Michel Foucault, Charles Bettelheim,der "Vierer Bande", Edoarda Masi sowie Rossana Rossanda


Die Mao Zedong-Ideen begeisterten in den 1970er Jahren Linke auf der ganzen Welt. Viele glaubten damals, in China würde die Trennung zwischen Stadt und Land, zwischen geistiger und körperlicher Arbeit aufgehoben, wie Marx es gefordert hatte. Die "Große Proletarische Kulturrevolution" und Maos Idee, die Rebellion der Massen gegen die Partei, galten als Antworten auf die Bürokratisierung des Sozialismus in Osteuropa.

Besonders im internationalen Kontext stellten sich Mao Zedongs Schriften als "geistige Atombombe" im Befreiungskampf der "3.Welt" dar. Sowohl afrikanische Modernisierungsregime, westeuropäische Studentenbewegungen als auch die bundesdeutsche RAF ließen sich von den Theorien und der Sprache Maos inspirieren.

Dieses Buch sammelt wichtige Texte der Mao Zedong-Ideen. Neben Texten von Mao enthält es zentrale Dokumente des chinesischen Weges zum Sozialismus sowie der Kulturrevolution. Es dokumentiert die maoistische Kritik an der Sowjetunion sowie die Rezeption der Ideen von Mao Zedong durch die neue Linke in Westeuropa.

Einleitend analysiert Felix Wemheuer Maos Ideenwelt und zieht Bilanz aus heutiger Sicht. Im Gegensatz zur euphorischen Lesart dieser Texte in den 1970er Jahren zeigt er die Widersprüche und Probleme in den Theorien Maos auf. Auf der einen Seite feierte Mao die spontanen Massenbewegungen der Bauern, wollte aber den Führungsanspruch der Partei nie aufgeben. Die Forderung, Widersprüche im Volk nur durch Überzeugung und Debatte zu lösen, beinhaltete gleichzeitig auch die Definitionshoheit der Partei, wer zum Volk gehörte und wer nicht. Das Konzept der Kulturrevolution bot zwar eine Grundlage zur Revolte der Massen gegen die Partei, ohne allerdings die Frage zu beantworten, welche Institutionen an ihre Stelle treten sollten.

Nicht zuletzt soll das Buch aber auch die zentralen Probleme deutlich machen, die zum Scheitern des Sozialismus in China führten.

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