Die FPÖ - Blaupause der Neuen Rechten in Europa

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  • Verlag: Promedia
  • 01.03.2017
  • Buch
  • 220 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-85371-417-1
Die einzelnen Kapitel des Bandes ranken sich um den freiheitlichen Freiheitsbegriff bzw. wie sich in diesem die Freiheit des Individuums mit völkischer Konformität überlappt. Auch die Dreieinigkeit der angeblich „natürlichen“ Daseinsformen von Volk, Nation und Familie gehört zum rechten gesellschaftspolitischen Standardrepertoire, genauso wie das Begriffspaar „Heimat“ und „Identität“. Dem Heimatbewussten steht der „Andere“ gegenüber, der Ausländer, Flüchtling und Migrant, einer, der nicht hierher gehört. Von zentraler Bedeutung im freiheitlichen Weltbild ist ferner die Auslegung des Begriffs der Souveränität als entscheidendem Dienst des Staates am Volk, nämlich die Unanfechtbarkeit der nationalen Machtausübung gegenüber allen einschränkenden Verpflichtungen von außen. Hier wird der imperialistische Charakter programmatisch deutlich. Und hier versteht man schließlich auch, warum die FPÖ im tiefsten Inneren eine Europa-Partei ist. Sie versteht sich als Vorreiter eines Europas der Vaterländer, das durchaus „internationalen“ Charakter aufweist. Die Kritik an der EU bleibt immanent. Schließlich sehen sich die Freiheitlichen als gemeinsame, dezidiert klassenübergreifende Kraft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, vereint im Kampf um den Kapitalstandort gegen das Ausland.

Der Blick in die weit geöffneten Kulissen des freiheitlichen Weltbildes mag für viele befremdlich sein. Ihn nicht zu tun, hieße allerdings, die stetig wachsenden und gesellschaftlich bedeutender werdenden Rechten sträflich zu unterschätzen. Denn die FPÖ ist in ihrer Politik ein Vorbild für viele andere rechtsextreme Bewegungen in Europa, etwa für die deutsche AfD oder rechte Parteien in Osteuropa.
Herbert Auinger, geboren 1954 in Gmunden/Oberösterreich, studierte Raumplanung an der Technischen Universität Wien sowie Politikwissenschaften am Institut für Höhere Studien. Er ist als Print- und Hörfunkjournalist tätig. Im Promedia Verlag erschien von ihm im Jahr 2000 „Haider. Nachrede auf einen bürgerlichen Politiker“.
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