Lenin

Träumer und Realist
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  • Verlag: Promedia
  • 03.10.2006
  • Buch
  • 176 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-85371-261-0
"Genius" oder "Dämon" der Revolution - die Meinungen über Lenin gehen nicht erst seit dem Untergang der Sowjetunion auseinander. Solange ein Sechstel der Erde unter dem Roten Stern stand und Lenin die Geschicke des "kurzen" 20. Jahrhunderts mitbestimmte, kamen Freund wie Feind nicht an ihm vorbei. Mit dem Untergang des Ostblocks begann die Suche nach den Schuldigen. Kann sich Marx noch gelegentlich als Theoretiker des 19. Jahrhunderts und Prophet der Globalisierung behaupten, so findet Lenin keine Gnade vor den gestrengen Wächtern des Antikommunismus. Es geht bereits ein Aufraunen durch die Feuilletons, wenn zu Beginn des neuen Jahrtausends der Sozialismus als Alternative zum Empire wieder angedacht wird, wenn neue, junge Kommunisten sich outen, gar ein Philosoph wie Slavoj Zizek die Wiederkehr Lenins und der Revolution beschwört. Dieser Gnadenlosigkeit begegnet das vorliegende Buch mit fein ausgewählten Texten und guten Argumenten.

Der Erste Weltkrieg brachte als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts massenhaft Tod an der Front und im Hinterland, stürzte Völker ins Elend und verschärfte die sozialen Widersprüche des Kapitalismus auf das Schärfste. "Brot und Frieden" und "das Land den Bauern" lauteten die Losungen der radikalen Linken. Und sie hatten Erfolg - zumindest in Russland. Heute sind mit dem Ende des Staatssozialismus jene in Verdammnis und Vergessen gestoßen, die für den ersten erfolgreichen Versuch einer sozialistischen Revolution und Gesellschaft Verantwortung trugen. Die bedeutendste Figur war Wladimir Iljitsch Lenin, Führer der russischen Bolschewiki, Kopf der Oktoberrevolution und erster Vorsitzende des Rates der Volkskommissare in der Sowjetunion.

Während seine westeuropäischen Genossen über Sinn oder Unsinn von Revolutionen fabulierten, Massenstreikdebatten führten, sich in ihrer Stellung zum Weltkrieg uneins waren und einstige Friedensschwüre vergaßen, war Lenin Pragmatiker und Realpolitiker. Er wollte die Revolution in Russland und in der Welt, begriff rascher und konsequenter die Zuspitzung aller Widersprüche des Kapitalismus, sah Übergangsformen für einen revolutionären Umsturz auch unter rückständigen Bedingungen und begriff den Imperialismus als ebenso bedrohliche wie chancenreiche Entwicklung für das Proletariat und die unterdrückten Bauern.

Dafür soll die vorliegende Sammlung den Blick öffnen: für die schöpferische marxistische Analyse der Gesellschaft, für die Rolle der Organisation, für die Entschlossenheit und die Zuspitzung von Entscheidungen. Je mehr sich der Kapitalismus nach dem Untergang des Staatssozialismus zur Kenntlichkeit verändert, die Klassenfronten des 19. Jahrhunderts aufscheinen, aber nicht die revolutionären Fähigkeiten, desto interessanter könnten jene radikalen Fragen und Antworten sein, die Lenin in die Debatte um den Sozialismus einbrachte.
Stefan Bollinger, Jahrgang 1954, studierte Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin/DDR. 1986 habilitierte er sich zum Thema der Neuen Sozialen Bewegungen; 1990 abgewickelt. Zuletzt gab er im Promedia Verlag heraus: "Imperialismustheorien. Historische Grund-lagen für eine aktuelle Kritik". 
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