Rosa Luxemburg

Denken und Leben einer internationalen Revolutionärin
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  • Verlag: Promedia
  • 18.03.2005
  • Buch
  • 180 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-85371-232-0

Die Herausgeber zitieren in ihrem Vorwort einen Bericht der Polizeidirektion München aus dem Jahr 1913: "Die Rosalie Luxemburg spielt in der sozialdemokratischen Bewegung eine große Rolle und gehört zur radikalen Richtung. Im Besitz einer ungewöhnlichen Bildung entfaltet sie für ihre politische Anschauung auf schriftstellerischem Gebiet sowie als Versammlungsrednerin eine äußerst rege Tätigkeit und hetzt dabei in fanatischer Weise zur Propaganda der Tat auf, das heißt zum Umsturz der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung auf revolutionärem Weg unter Anwendung der schlimmsten Mittel." Rosa Luxemburg galt der herrschenden Klasse Deutschlands als so gefährlich, dass sie im Jänner 1919 auf Befehl des SPD-Ministers Gustav Noske gemeinsam mit ihrem Kampfgefährten Karl Liebknecht in Berlin ermordet wurde.

Luxemburgs Leben war eine ständige Auseinandersetzung, nicht nur mit den kapitalistischen Kräften, sondern auch mit der eigenen Bewegung. Als fünftes Kind eines jüdischen Holzhändlers 1871 in Polen geboren, begann sie schon im Alter von 22 Jahren mit der Herausgabe einer revolutionären Zeitschrift. Sie polemisierte gegen den Nationalismus der polnischen Sozialdemokratie, die für eine Unabhängigkeit des Landes von Russland eintrat und geriet so in späterer Folge auch mit Lenin und seinem Modell des Selbstbestimmungsrechts der Nationen in Konflikt. 1898 nahm sie die deutsche Staatsbürgerschaft an und engagierte sich im linken Flügel der SPD. Die Zustimmung der deutschen Sozialdemokratie zum Ersten Weltkrieg fand in ihr eine vehemente Gegnerin. Sie verließ die Partei und gründete am 1. Januar 1916 zusammen mit Karl Liebknecht den Spartakusbund als Vorläufer der KPD. Die Regierung des Deutschen Reichs unter Kaiser Wilhelm II. ließ sie wenig später einsperren. Während dieser Zeit im Gefängnis schrieb sie einige ihrer wichtigsten Artikel, unter anderem über die bevorstehende Russische Revolution. Ihre Ermordung im Zuge der Novemberrevolution versetzte der gerade entstandenen kommunistischen Bewegung Deutschlands einen schweren Schlag: Eine großartige Rednerin und Organisatorin war den Freikorps-Schergen zum Opfer gefallen, eine kritische und weitsichtige Theoretikerin der Arbeiterklasse.

Luxemburgs Werk, das in diesem Buch ausführlich wiedergegeben wird, umfasst Bestandsaufnahmen des sozialen Elends in ihrer Heimat Polen ebenso wie erstmals ins revolutionäre Bewusstsein gedrungene Gedanken zur Frauenemanzipation sowie eine intensive Beschäftigung mit den Rechten des Individuums - besonders bekannt wurde ihre Schrift zur "Freiheit der Andersdenkenden" über die Russische Revolution. Zur Frage der Organisation der Arbeiterklasse äußerte sie konträre Ansichten zum Leninschen Modell der Bolschewiki.

Fritz Keller, Jahrgang 1950, ist Historiker und Lebensmittelpolizist. Er lebt in Wien. Seine Publikationen konzentrieren sich insbesondere auf die Geschichte der Arbeiterbewegung, unter anderem schrieb er das Buch "Wien, Mai 1968 - eine heiße Viertelstunde" und arbeitete in der Österreichischen Historikerkommission mit.

Stefan Kraft, Jahrgang 1975, ist Verleger und Publizist in Wien.

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