Die Korrektur der Gesellschaft

Irritationsgestaltung am Beispiel des Investigativ-Journalismus
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  • Verlag: transcript
  • 01.11.2019
  • Buch
  • 254 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-8376-4999-4
  • AutorInnen: Marc Mölders
  • Buchtitel: Die Korrektur der Gesellschaft
  • Untertitel: Irritationsgestaltung am Beispiel des Investigativ-Journalismus
  • ISBN: 978-3-8376-4999-4
  • Verlag: transcript
  • Produktart: Buch
  • Seiten: 254
  • Erscheinung: 01.11.2019
  • Einband: Paperback
  • Reihe (Titel): Sozialtheorie
  • Format: 148 x 225 mm
  • Illustrationen: Klebebindung, 1 SW-Abbildung, 6 Farbabbildungen

Über Gesellschaft lässt sich viel lernen, wenn man die Arbeit an ihrer Korrektur untersucht. Globalisierung und Digitalisierung scheinen Korrektiven abseits des Staatlichen eine Sonderposition einzuräumen: Ungekannt schnell und grenzenlos können sie operieren. Marc Mölders zeigt, dass zentrale Gesellschaftsprobleme Übersetzungskonflikte sind und dies nicht nur differenzierungstheoretisch angenommen wird. Anhand des Investigativ-Journalismus - einer Form organisierter Gesellschaftskorrektur - zeichnet er nach, wie eine durch Tempo-Dosierung und Grenzeinhaltung gekennzeichnete Irritationsgestaltung aus Publikationen »Druckerzeugnisse« macht.

Autoreninterview:

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Gerade in Zeiten überhitzter Debatten zum Klimawandel könnte es lohnenswert sein, sich anzusehen, wie Gesellschaftskorrektur in organisierbare Aufgaben übersetzt wird. Das Buch zeigt darüber hinaus, dass korrektive Praxen sehr viel weniger naiv sind als manche soziologische Theorie es erwarten würde.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Gesellschaftskorrektur ist harte Organisationsarbeit. Das Buch lenkt den Blick darauf, dass sich Probleme an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich darstellen: Gesellschaftliche Großprobleme sind Übersetzungskonflikte. Neu könnte die Perspektive sein, dass eine Hürde auf dem Weg zur Gesellschaftskorrektur – bei genauerem Hinsehen – in fehlender öffentlicher Empörung liegt, auch wenn das ›Wutbürgertum‹ eine andere Sprache zu sprechen scheint.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Wesentliche differenzierungstheoretische Einsichten liegen der Soziologie nicht exklusiv vor. Die untersuchten Korrektive des Investigativ-Journalismus rechnen in dem, was ich Irritationsgestaltung nenne, mit gesellschaftlicher Differenzierung und keinesfalls mit einfachen Durchgriffen oder Kausalitäten. Der Digitalisierungsdebatte wird hinzugefügt, dass ausgerechnet der Datenjournalismus sich dem üblichen medialen Takt widersetzt, um hartnäckig an Themen zu erinnern; er entschleunigt sich.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Schon die Entstehung des Buchs war von vielen Diskussionen begleitet. Darüber hinaus (alphabetisch): Julia Angwin (die wohl profilierteste Datenjournalistin), Jan Böhmermann (der vielleicht populärste Korrekturinfluencer), René Marcic (der wohl unpopulärste Vordenker zum Thema), George Soros (der vielleicht ambitionierteste Gesellschaftskorrekteur), William T. Stead (der vielleicht erste Investigativ-Journalist).

5. Ihr Buch in einem Satz:

Zu wissen, dass in andere Gesellschaftsbereiche nicht eingegriffen werden kann, hat Korrektive dazu gebracht, bestmöglich zu scheitern.

Marc Mölders (PD Dr.), geb. 1978, arbeitet im Bereich Technikfolgenabschätzung und Rechtssoziologie an der Bielefelder Fakultät für Soziologie. Seine Forschungsthemen umfassen Rechts-, Medien-, Organisations- und Techniksoziologie sowie soziologische Theorie. Er interessiert sich dafür, wie Gesellschaftskorrektur und Weltverbesserung in organisierbare Aufgaben übersetzt werden und welche Rolle Technologie dabei zukommt. Für seine Promotion zu einer soziologischen Theorie des Lernens erhielt er 2010 den Dissertationspreis der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft (WLUG).
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