Utopistik

Historische Alternativen des 21. Jahrhunderts
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  • Verlag: Promedia
  • 09.03.2007
  • Buch
  • 120 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-85371-184-2
  • AutorInnen: Immanuel Wallerstein
  • Buchtitel: Utopistik
  • Untertitel: Historische Alternativen des 21. Jahrhunderts
  • ISBN: 978-3-85371-184-2
  • Verlag: Promedia
  • Produktart: Buch
  • Seiten: 120
  • Erscheinung: 09.03.2007
  • Einband: Paperback
  • Auflage: 2. Auflage
  • Format: 150 x 210 mm

Ein Plädoyer für eine post-kapitalistische Gesellschaft. Ein Buch, das einen gleichermaßen faszinierenden und provokanten Blick in unsere kollektive politische Zukunft wirft.

Utopistik statt Utopie, fordert der weltberühmte Soziologe Immanuel Wallerstein und distanziert sich gleich zu Beginn seines Textes vom Begriff der Utopie, in deren Namen das gesamte 20. Jahrhundert hindurch Verbrechen und Unrecht geschehen sind. Stattdessen legt der Autor seine historischen Erkenntnisse über die vergangenen 500 Jahre kapitalistisches Weltsystem einer Analyse der aktuellen Zeitenwende zugrunde. Seine "historischen Alternativen" basieren auf Beobachtungen lang andauernder ökonomischer Strukturen.

Wallersteins These lautet: die Welt befindet sich im Zeitalter des Übergangs. Eine strukturelle Krise hat zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Zentren der Weltwirtschaft erreicht. Die von der mächtigsten Militärmacht USA und den Profiteuren der Weltwirtschaft dominierten Beziehungen zwischen Nord und Süd sind gerade dabei, ihr Gleichgewicht zu verlieren und ins Chaos zu stürzen. Die liberalistische Ideologie, das moderne, für die Kapitalverwertung unabdingbare Staatensystem sowie die Wohlfahrtsprojekte für die Zentren der Weltwirtschaft sind in die Krise geraten. Sämtliche Stützpfeiler dieses "modernen Weltsystems" weisen seit Beginn der 1970er Jahre einen Abwärtstrend auf, der sich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch beschleunigt hat. Liberalismus und Wohlfahrtsstaat haben, nachdem sie die Erwartungen für die übergroße Mehrheit der Menschheit nicht erfüllen konnten, ihre Glaubwürdigkeit verloren. Radikalismen und Fundamentalismen beherrschen zur Zeit das gesellschaftliche Bild im Norden wie im Süden und tragen zur Demontage der staatlichen Strukturen bei. Die Schwächung des Staates, ist Wallerstein überzeugt, führt die großen Akkumulateure direkt in die Krise. Wie wird das neue Weltsystem aussehen?

Wie wird es dazu kommen, dass statt endloser Kapitalakkumulation Werte wie Demokratie und Gleichheit Einzug halten? Wallerstein verspricht keine hehre demokratische oder sozialistische Zukunft, er kann freilich auch nicht behaupten, der Verwertungs- und Kommodifizierungslogik im "modernen Weltsystem" würde eine egalitärere gesellschaftliche Sichtweise folgen; doch er weist schlüssig nach, dass die strukturelle Krise des seit 500 Jahren bestehenden kapitalistischen Systems zu einer drastischen Änderung in den sozialen und ökonomischen Parametern führen wird. Dies ist die historische Chance für ein besseres, ein gerechteres Wirtschaftssystem.

Immanuel Wallerstein, Jahrgang 1930, ist Professor für Soziologie und als Direktor des Fernand Braudel Center an der Binghamton University (New York) sowie an der Maison des Sciences de l'Homme in Paris tätig. Im Promedia Verlag sind bislang die ersten beiden Bände seines "Modernen Weltsystems" erschienen.
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