Grundlinien einer Philosophie der Technik

Zur Entstehungsgeschichte der Kultur aus neuen Gesichtspunkten
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  • Verlag: Meiner
  • 19.06.2015
  • Buch
  • 318 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-7873-2762-1
Die Grundlinien einer Philosophie der Technik (1877 erschienen, hier zum ersten Mal in einer neuen Ausgabe) sind das »Gründungsdokument« der Technikphilosophie als moderner Subdisziplin und für die aktuelle kultur- und medientheoretische Diskussion von großer Bedeutung.

In seinem umfassenden Hauptwerk Grundlinien einer Philosophie der Technik (1877) unternimmt der Pädagoge, Geograph und Philosoph Ernst Kapp den folgenreichen Versuch, alle technischen Artefakte als eine 'Organprojektion' des menschlichen Körpers zu begreifen. Damit ist gemeint, dass der Mensch 'unbewusst Form, Funktionsbeziehung und Normalverhältnis seiner leiblichen Gliederung auf die Werke seiner Hand überträgt und dass er dieser ihrer analogen Beziehungen zu ihm selbst erst hinterher sich bewusst wird'. Kapp leitet die Erfindung der technischen Dinge also aus dem Vorbild des menschlichen Organismus, vor allem aber aus der menschlichen Hand ab, die gleichsam als ein natürliches Werkzeug Form und Zweck aller mechanischen Werkzeuge bestimme. Die bis ins 19. Jahrhundert vorherrschende cartesianische Metaphorik des Organischen als eines bloß Mechanischen wird bei Kapp also geradezu umgedreht.

Kapp wurde damit nicht nur zum Begründer der Technikphilosophie, sondern übte darüber hinaus großen Einfluss auf die Kultur- und Medientheorie aus, der weit ins 20. Jahrhundert hineinreicht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich Kapps Anspruch keineswegs auf einen begrenzten Bereich des menschlichen Aktionsraums beschränkt, sondern neben techniktheoretischen auch geschichtsphilosophische und vor allem epistemologische Überlegungen einschließt, wie der programmatische Untertitel seines Werkes nahelegt.

Trotz seiner Bedeutung als erstes genuin technikphilosophisches Werk der Moderne wurde Kapps Abhandlung bis dato nie wieder aufgelegt und erscheint erst jetzt in einer neuen Ausgabe. Die ausführliche Einleitung der Herausgeber zeichnet Kapps Argumentationsschritte nach und verortet den Text in der aktuellen technikphilosophischen und medientheoretischen Diskussion.

  • InhaltsverzeichnisV
  • Einleitung der HerausgeberVII
  • 1. Organprojektion und ProthesentheorieXIII
  • 2. Das Organische und das MechanischeXX
  • 3. Die Episteme der TechnikXXVII
  • 4. MedienanthropologieXXXV
  • LiteraturverzeichnisXLV
  • Vorwort3
  • [Ausführliches] Inhaltsverzeichnis7
  • Verzeichnis der Abbildungen13
  • I. Der anthropologische Maßstab15
  • II. Die Organprojektion40
  • III. Die ersten Werkzeuge50
  • IV. Gliedmaßen und Maße74
  • V. Apparate und Instrumente81
  • VI. Die innere Architektur der Knochen106
  • VII. Dampfmaschine und Schienenweg121
  • VIII. Der elektromagnetische Telegraf132
  • IX. Das Unbewusste145
  • X. Die Maschinentechnik153
  • XI. Das morphologische Grundgesetz189
  • XII. Die Sprache247
  • XIII. Der Staat273
  • Namen- und Sachregister312
 
Ernst Kapp (1808–1896) war klassischer Philologe und Geograph und unterrichtete zunächst als Gymnasiallehrer. Als bekennender Liberaler imigrierte er 1849 nach Amerika, wo er eine Baumwollfarm aufbaute. 1865 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Privatdozent. Sein Denken ist stark von Hegel beeinflusst. Neben technikphilosophischen Überlegungen veröffentlichte er eine bedeutende Vergleichende allgemeine Erdkunde (1845/68).
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