Über das Seiende und das Eine

Lateinisch-Deutsch
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  • Verlag: Meiner
  • 01.05.2006
  • Buch
  • LXXXXIX, 93 Seiten
  • Paperback
  • ISBN: 978-3-7873-1760-8
Ziel dieser kleinen, 1492 abgefaßten und für das Verständnis der Renaissancephilosophie bedeutsamen Schrift ist der Nachweis der Vereinbarkeit der Grundlehren der platonischen und der aristotelischen Metaphysik, also die Herbeiführung der Entscheidung in einer zwischen den Neuplatonikern seiner Zeit (vor allem Ficino und Lorenzo de' Medici) und den Peripatetikern (besonders Poliziano) ausgetragenen Kontroverse, mit denen Pico in engem Kontakt stand. Der Traktat basiert auf der späteren kritischen Auseinandersetzung Picos mit seinem ehemaligen Lehrer Ficino und einer 1490 geführten, sehr intensiven Diskussion mit den beiden anderen.

Die Wirkung der 1496 postum veröffentlichten Schrift war eminent: Nach Charles Lohr markiert "De ente et uno" eine Wasserscheide in der Renaissancephilosophie. Vor der Schrift, so Lohr, stand die Metaphysik im Zeichen des Einen. Nach Pico aber kann man von einer Metaphysik des Seienden als Grundcharakteristik der Philosophie des 16. Jahrhunderts sprechen. Grund dafür sei Picos Neuetablierung eines christlichen Aristotelismus im Anschluß an Thomas von Aquin gegen die Tradition, die von Anselm über Lull bis zu Ficino reiche.

Der mit dieser Ausgabe erstmalig in deutscher Übersetzung vorgelegte Text gilt als ein Schlüsseltext für die Reformation der Metaphysik in der Philosophie der Renaissance. Die sorgfältig kommentierte zweisprachige Ausgabe ist ein Gemeinschaftswerk von sechs führenden Spezialisten auf dem Gebiet der Philosophie des 16. Jahrhunderts.

Diese Ausgabe bietet erstmals einen Schlüsseltext für die Reformation der Metaphysik in der Philosophie der Renaissance in deutscher Übersetzung. Der lateinische Text ist beigegeben. Die ausführliche Einleitung und ein sorgfältiger Kommentar erschließen die richtunggebenden Pointen, die Pico mit dieser Schrift gesetzt hat.
Giovanni Pico della Mirandola wird 1463 als Sohn einer Adelsfamilie in Norditalien geboren. Bereits im Alter von 14 Jahren studiert Pico kanonisches Recht in Bologna, wendet sich aber ab 1478 der Philosophie an den Universitäten Padua und Ferrara zu. Er liest die Hauptwerke der aristotelischen, averoistischen, arabischen und jüdischen Tradition und steht knapp zehn Jahre später in Florenz im Zentrum des humanistischen Geisteslebens. Hier leitet Ficino unter Förderung der Medici eine „Platonische Akademie“, die sich neben philosophischen Gesprächen Übersetzungen platonischer Dialoge und hermetischer Schriften der Spätantike widmet. Pico selbst veröffentlicht 1486 900 Thesen zu theologischen und philosophischen Fragen, zu deren Diskussion er alle Gelehrten Europas nach Rom zusammenrufen wollte. Die Einleitung zu diesem gewaltigen Thesenkatalog, die posthum unter dem Titel Über die Würde des Menschen veröffentlicht wird, gilt als einer der berühmtesten Texte des italienischen Humanismus; in ihr betont Pico die Freiheit des Menschen und seine von Gott verliehene Fähigkeit, zur Schau der tiefsten Geheimnisse des Universums aufzusteigen. Papst Innozenz VIII. läßt jedoch 13 der Thesen Picos für häretisch erklären, worauf dieser nach Frankreich fliehen muß. Unter dem Schutz der Medici zurückgekehrt, verfaßt Pico einen Kommentar zur Schöpfungsgeschichte, der unter dem Namen Heptaplus posthum erscheint. Er gerät in seinen letzten Lebensjahren unter den Einfluß Savonarolas und stirbt, vermutlich vergiftet, im Jahre 1494 in Florenz.
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